Praxis für systemisches Arbeiten - Christian Haas

systemische Beratung, Therapie, Coaching,    Supervision & Weiter-bildung

systemische Familientherapie - allgemeine Informationen

Bei der Familientherapie geht es nicht nur um einzelne Klienten, wie üblicherweise bei anderen Therapieformen; Familientherapie bedeutet, dass auch andere in die Behandlung einbezogen werden.
Dieser Zusammenhang findet sich besonders bei der Systemischen Familientherapie wieder. Sie ist etwa in den 50er Jahren aus der Hilfe für Familien entstanden und hat sich bis heute zu einer eigenen Therapieform entwickelt, die neben Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und humanistischen Therapien bestehen kann.

Ihre theoretischen Grundlagen entstammen der Kommunikationstheorie, der Kybernetik, der Systemtheorie und dem sozialen Konstruktivismus.
Systemische Therapie betrachtet den Menschen immer sowohl als Einzelperson als auch als soziales Wesen. Somit richtet sie ihr Augenmerk mehr auf die Kontextabhängigkeit von menschlichem Verhalten als auf die Krankheit oder die Probleme des einzelnen. Das macht eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten im menschlichen Miteinander möglich.

Systemische Therapie fragt nach den Beziehungsprozessen, die zwischen den Beteiligten stattfinden und nach den Faktoren, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Problemen beteiligt sind und daher auch Einfluss auf Veränderungen und Lösungen haben. Neben der Familie können zur Lösungsfindung auch andere beteiligte Institutionen einbezogen werden.
Ein bekannter Name in diesem Zusammenhang ist der der amerikanischen Psychotherapeutin Virginia Satir. Sie hat Repertoire und Methodik der Systemischen Therapie durch die Familienskulptur und die Familienrekonstruktion erweitert.

Daraus hat sich die Methode der Familienaufstellung entwickelt. In beiden Methoden sollen die Beziehungen von Familien- oder auch Gruppenmitgliedern dargestellt und sichtbar werden mit dem Ziel, die damit verbundenen Probleme aufzudecken.

Mit den in der Aufstellung gefundenen Mustern arbeiten Therapeut und Klient später weiter, bis sich Änderungen zeigen, die für den Betroffenen akzeptabel sind.

Merkmal der Systemischen Therapie ist die sorgfältige Vorbereitung und die spätere therapeutische Begleitung sowie das einfühlsame und respektvolle Verhalten des Therapeuten.
Dieser drängt sich nicht auf mit seiner Sicht der Dinge, sondern bespricht die Lösungsansätze mit dem Klienten. Der Klient hat letztlich die Wahl, welche Veränderung er akzeptieren möchte.

Folgende Methoden haben sich mittlerweile in der Systemischen Therapie erfolgreich etabliert:
Das Reframing, also das Umdeuten, die hypothetische ziel- und lösungsorientierte Fragestellung, die Arbeit mit Metaphern, das zirkuläre Fragen und die sogenannte Symptomverschreibung, bei der ein Klient den Auftrag bekommt, sein problematisches Verhalten besonders häufig zu zeigen.

Als mittlerweile auch wissenschaftlich anerkanntes Verfahren kann die Systemische Familientherapie bereits nachweisbare Erfolge in fünf Bereichen der psychischen Störungen verzeichnen: bei Angst- und Zwangsstörungen, bei depressiven Störungen, Schizophrenie, Suchtstörungen und Essstörungen.
Sie kann als Einzelfallhilfe, als Paartherapie, als Hilfe für Familien, aber auch als Hilfe für Organisationen z.B. bei Mobbing durchgeführt werden.

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